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Einigung bei Conti - "Menschen werden in Unsicherheit geschickt"

Das Continental-Werk in Karben wird vorerst nicht geschlossen. Nach Warnstreiks und langwierigen Verhandlungen haben sich die IG Metall und Continental in einem Sozialtarifvertrag geeinigt. Dennoch werden viele Arbeitsplätze wegfallen.

Das Continental-Werk in Karben wird vorerst nicht geschlossen. Nach Warnstreiks und langwierigen Verhandlungen haben sich die IG Metall und Continental in einem Sozialtarifvertrag geeinigt. Zum ursprünglich geplanten Schließungsdatum am Jahresende 2023 sollen nun noch mindestens 150 Menschen im Werk beschäftigt sein. Die Einheit "Engineering Services" mit 187 Beschäftigten werde zudem dauerhaft am Standort bleiben, wie die IG Metall mitteilte. Insgesamt geht es um rund 1100 Beschäftigte im Automotive-Werk.

Das Evangelische Dekanat Wetterau hatte den Conti-Beschäftigten im Herbst vergangenen Jahres die Solidarität zugesichert und sich seitdem für den Erhalt der Arbeitsplätze eingesetzt. Unter anderem mit einer Rote-Karte-Aktion, die gemeinsam mit der Katholischen Betriebsseelsorge Oberhessen und weiteren Partnern ins Leben gerufen wurde.

Über die nun erreichte Einigung können sich Richard Kunkel von der Katholischen Betriebsseelsorge Oberhessen und Wolfgang Dittrich, Referent für Gesellschaftliche Verantwortung im Evangelischen Dekanat Wetterau, nur bedingt freuen. "Es ist und bleibt zu verurteilen, dass die Konzernleitung ein profitables Werk zerlegt, um den Profit durch Verlagerung von Arbeitsplätzen zu maximieren." Dies festzustellen sei wichtig, damit nach dem Verhandlungsergebnis nicht Ursache und Wirkung verwechselt würden.

Die Verhandlung hat ergeben, dass das Werk mehr Zeit bekommt und mehr Arbeitsplätze am Standort verbleiben werden. "Das ist gut so." Dennoch werden sehr viele Arbeitsplätze wegfallen. "Das ist nicht gut, auch wenn die Verhandlungen einige Maßnahmen erbracht haben, die eine Arbeitslosigkeit verhindern oder abmildern sollen. Die Menschen werden in eine Unsicherheit geschickt. Das ist sehr bitter und von der Konzernleitung zu verantworten."

Den Betriebsrat, die Gewerkschaft und die Zivilgesellschaft in Karben haben Kunkel und Dittrich als sehr engagiert im Kampf um den Erhalt des Werks wahrgenommen.


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